Du liest die Beschreibungen der Strategien und erkennst dich in der Hälfte wieder. Ein Stück Altruist, ein Stück Traditionalist, und wenn es dir schlecht geht, auch ein bisschen Individualist. Das ist völlig normal. Jeder von uns hat etwas von allen neun Strategien in sich. Eine führt aber meist, und die anderen kommen je nach Situation dazu.
Wie erkennst du die, die führt? Ein paar Fragen und eine wichtige Unterscheidung helfen dir dabei.
Verhalten täuscht, Motivation nicht
Die Beschreibungen der Strategien überschneiden sich am stärksten beim Verhalten. Gewissenhaft kann jemand sein, der die Dinge richtig machen will, aber auch jemand, der Angst hat, etwas zu übersehen. Bereitwillig hilft, wer gebraucht werden will, genauso wie, wer die Stimmung nicht verderben will.
Frag dich deshalb nicht „Was tue ich?“, sondern „Warum tue ich es?“:
- Wovor hast du am meisten Angst, wenn die Dinge schiefgehen?
- Wann fühlst du dich wirklich in deinem Element?
- Wohin flüchtest du, wenn dir alles zu viel wird?
Deine Hauptstrategie ist die, deren Angst und Sehnsucht du bei dir am stärksten wiedererkennst. Nicht die, deren Verhalten deinem am ähnlichsten ist.
Die häufigsten Verwechslungen
Manche Paare verwechseln Menschen wirklich oft. So unterscheidest du sie:
- Ethiker (1) und Traditionalist (6): Beide halten sich an Regeln. Der Ethiker, weil es richtig ist. Der Traditionalist, weil Regeln Sicherheit und Schutz geben.
- Individualist (4) und Mediator (9): Beide können sich in sich zurückziehen. Die Vier taucht aber in ihre Gefühle ein, die Neun entfernt sich eher von ihnen, um ihre Ruhe zu haben.
- Stratege (3) und Leader (8): Beide verfolgen Ziele. Die Drei will Erfolg haben und als erfolgreich gesehen werden, die Acht will die Dinge unter Kontrolle haben und sich nicht beherrschen lassen.
- Altruist (2) und Mediator (9): Beide sind angenehm und kommen anderen entgegen. Die Zwei will für andere wichtig sein, die Neun will vor allem, dass Ruhe herrscht.
- Experte (5) und Individualist (4): Beide sind oft verschlossen. Die Fünf schützt ihre Energie und ihre Privatsphäre, die Vier sucht, was sie einzigartig macht.
Alle 36 Paare mit Unterscheidungsfragen findest du bei den Verwechslungen der Strategien.
Warum zwei Strategien gleichzeitig auf dich passen
Oft gibt es dafür eine klare Erklärung:
- Flügel: Jede Strategie hat zwei Nachbarn, und einer davon färbt sie meist ein. Eine Vier mit Fünfer-Flügel ist stiller und verschlossener als eine Vier mit Dreier-Flügel, die geselliger ist und mehr auf den Eindruck achtet.
- Subtyp: Je nachdem, wohin sich deine Aufmerksamkeit richtet (auf Sicherheit, auf Menschen oder auf die Nähe zu einem einzelnen Menschen), werden aus derselben Strategie ganz unterschiedliche Menschen.
- Stress und Wohlbefinden: Unter Druck oder umgekehrt in guten Zeiten verschiebt sich jede Strategie in Richtung einer anderen. Wenn du den Test in einer schwierigen Phase gemacht hast, können sich Züge ins Ergebnis gemischt haben, die nicht dein Kern sind.
Was du tun kannst
- Lies bei beiden Strategien vor allem, wovor sie Angst haben und wonach sie sich sehnen.
- Frag jemanden, der dich gut kennt. Das Umfeld sieht deine Motive oft klarer als du selbst.
- Mach eine ausführlichere Analyse, die auch Flügel und Subtyp berücksichtigt.
Der Basistest zeigt dir, in welche Richtung du schauen solltest. Die Komplettanalyse hat zwei Runden: In der zweiten fragt sie genau nach den Unterschieden zwischen den Strategien, die bei dir knapp beieinander lagen, und bestimmt auch Flügel und Subtyp. Das Ergebnis ist dann viel genauer und bringt oft Erleichterung: Endlich weisst du, warum „ein bisschen alles“ auf dich gepasst hat.



