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Die seltenste Enneagramm-Strategie: Wie viele Menschen haben welche

Jeder Zweite behauptet, die seltenste Strategie zu haben. Was die Daten grosser Tests sagen und warum sie sich widersprechen.

„Ich habe die seltenste Strategie.“ Dieser Satz taucht in den sozialen Netzwerken oft auf, und jedes Mal bei einer anderen Strategie. Wie viele Menschen haben welche Strategie, und welche ist wirklich die seltenste? Die Antwort ist interessanter, als man denkt.

Was grosse Umfragen sagen

Eine verlässliche „Volkszählung“ nach Enneagramm gibt es nicht. Wir haben nur Daten aus Online-Tests, die Menschen selbst ausgefüllt haben. Und die unterscheiden sich deutlich:

  • Umfrage der Website enneagram-personality.com (fast 190 000 Menschen): Am häufigsten kam der Mediator (9) heraus, mit 16 %, dicht gefolgt vom Traditionalisten (6) und vom Individualisten (4). Am seltensten war der Experte (5) mit knapp 5 %, davor der Leader (8) mit 6 %.
  • Daten des Tests JobCannon (über 10 000 Durchläufe): Hier ist es fast umgekehrt. Am häufigsten kam der Experte (5) heraus, mit 26 %, am seltensten der Mediator (9) mit 3 %.

Dieselbe Strategie, die laut einer Quelle die seltenste ist, ist laut der anderen also die häufigste. Wie ist das möglich?

Warum die Zahlen so weit auseinandergehen

Wer den Test ausfüllt. Zu Persönlichkeitstests kommen andere Menschen als die, die man auf einer durchschnittlichen Strasse trifft. Wer gern über sich nachdenkt, nach Tiefe sucht oder sich fragt, wo er hingehört, füllt eher einen Test aus. Das kommt Individualisten, Experten und Traditionalisten zugute.

Wie der Test aufgebaut ist. Jeder Test misst ein bisschen anders. Manche Fragen überbewerten Strategien, in denen sich Menschen leicht wiedererkennen, etwa „Ich denke gern gründlich über Dinge nach“. Andere Strategien sind schwerer zu erkennen, weil ihre Motive nicht auf den ersten Blick sichtbar sind.

Wer sich leicht erkennt. Einen Leader (8) erkennst du auf hundert Meter, er selbst beschäftigt sich aber oft gar nicht mit Persönlichkeitstests. Der Mediator (9) wiederum antwortet leicht so, wie er glaubt, dass es richtig ist, und das Ergebnis verschwimmt.

Welche ist also die seltenste?

Die ehrliche Antwort: Wir wissen es nicht sicher. Am häufigsten werden Leader (8) und Experte (5) als selten genannt. Beide Strategien sind eher unabhängig und haben wenig Lust auf Tests zur Selbsterkenntnis. Unter Frauen gibt es noch weniger Leader und Experten, unter Männern wiederum weniger Altruisten (2). Hier spielt aber auch die Erziehung eine Rolle: Viele Menschen lernen, sich anders zu verhalten, als es ihrer Strategie entsprechen würde.

Ist es gut, eine seltene Strategie zu haben?

Selten heisst weder besser noch schlechter. Jede Strategie hat ihre Stärken und ihre blinden Flecken. Seltenheit erklärt aber eine Sache: Wenn du eine Strategie hast, die in deinem Umfeld kaum vorkommt, kann es sich anfühlen, als würden dich die Leute nicht verstehen. Eine Leaderin in einem Umfeld, in dem von Frauen Entgegenkommen erwartet wird, oder ein Experte in einem Team voller Optimisten kennen das gut.

Dann hilft es zu wissen, dass mit dir nichts verkehrt ist. Du funktionierst nur anders als die meisten um dich herum. Und daraus lässt sich ein Vorteil machen: Du siehst, was andere übersehen.

Alle neun im Überblick

  • Ethiker (1): will die Dinge richtig machen. Profil
  • Altruist (2): sieht, was andere brauchen. Profil
  • Stratege (3): verfolgt Ziele und Erfolg. Profil
  • Individualist (4): sucht, was echt ist. Profil
  • Experte (5): will die Dinge gründlich verstehen. Profil
  • Traditionalist (6): sucht Sicherheit und verlässliche Menschen. Profil
  • Optimist (7): sucht Erlebnisse und Möglichkeiten. Profil
  • Leader (8): will die Dinge unter Kontrolle haben und die Seinen schützen. Profil
  • Mediator (9): sucht Ruhe und Einklang. Profil

Willst du wissen, ob du zu den Seltenen gehörst? Der Test dauert etwa 10 Minuten. Deine Strategie herausfinden